Profit is the name of the game
Das Börsenjahr 2005 liegt fast hinter uns. Um gut 1000 Punkte ist der DAX in diesen 12 Monaten gestiegen. Der Trend, getragen durch eine ganze Reihe guter Unternehmensergebnisse, hat damit eine Robustheit bewiesen, die viele ihm nicht zugetraut haben. Weder Wirbelstürme, noch massive Ölpreiskrise oder ausgeprägte politische Irrungen und Wirrungen rund um die Bundestagswahl haben ihm etwas anhaben können. Auch das kommende Jahr hat wieder das Zeug dazu, ein gutes Börsenjahr zu werden. Die Stimmung an den Finanzmärkten hellt sich weiter auf. So ist das monatliche Konjunkturbarometer des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Dezember von 38,7 Punktenstark auf 61,6 Punkte gestiegen.
Der Optimimus ist grundsätzlich begründet. Haben doch insbesondere die großen, international agierenden Aktiengesellschaften ihre Hausaufgaben gemacht. Kosten wurden gesenkt, Abläufe optimiert, Synergien gehoben. Entsprechend positiv werden Gewinne, Dividenden und in der Folge wohl auch Kurse sich entwickeln. Allein die 30 im DAX notierten Unternehmen werden für das Geschäftsjahr 2005 rund 18 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten, nach 15,1 Milliarden Euro für das vorige Geschäftsjahr. Wenn es darum geht, notwendige Reformen anzupacken und umzusetzen, scheint die deutsche Wirtschaft einen deutlich besseren Job zu machen als die deutsche Politik. Zum Glück für die Investoren.
Ein Grund in Jubelstürme auszubrechen sind die erwarteten Dividendenzahlungen allerdings nicht. Schließlich haben offensichtlich noch lange nicht alle Vorstände deutscher AGs begriffen, dass das erste Unternehmensziel das Gewinnmachen ist. Zumindest drängt dieser Eindruck sich auf, bedenkt man, dass über 60 Prozent der rund 1000 in Deutschland börsennotierten Firmen, ihren Anteilseignern keine Dividende zahlen.
Ulrich Hocker

