2005 - ein Jahr für die Börse
Deutschland hat sich in den letzten Jahren zu einem wahren Eldorado für Private-Equity-Firmen entwickelt. In keiner anderen westlichen Industrienation finden die Unternehmensaufkäufer so günstige Bedingungen vor wie hierzulande. Egal ob Weltmarktführer oder erfolgreicher Nischenanbieter, nahezu alles ist billig zu haben. Einziges Problem der Firmenjäger: Der deutsche Kapitalmarkt läuft noch immer nicht rund. Die Börse fällt als möglicher Exitkanal fast vollständig aus. Zwar haben eine Handvoll Unternehmen 2004 den Sprung aufs Parkett gewagt und sogar geschafft. Die Zahl derer, die davor zurückschreckten, blieb aber deutlich größer. Soll das Geschäftsmodell wirklich funktionieren, können Private-Equity-Firmen auf Dauer nicht auf Börsengänge verzichten. Zwar konnten Unternehmen wie der Autoteilehändler ATU oder der Raststättenbetreiber Tank und Rast noch am Parkett vorbei an andere Investoren verkauft werden, doch dies ist nur begrenzt möglich.
Viel spricht dafür, dass 2005 die Zahl der Emissionen steigen wird. Für den deutschen Kapitalmarkt wäre das sicher eine positive Entwicklung. Doch die Versuchung, die Beteiligungen zu überhöhten Preisen an den Markt zu bringen, steigt mit jedem guten Börsentag.
Die Voraussetzungen für positive Kursentwicklungen stehen nicht schlecht. Schließlich sind 2005 echte Impulse nur vom Aktienmarkt zu erwarten. Für Privatanleger kann die Devise daher nur lauten: Vorsichtig sein und Angebote genau prüfen. Zudem gibt es ja auch noch eine ganze Reihe interessanter bereits börsennotierter Gesellschaften, die gute Ertragschancen bieten. Gerade große Unternehmen werden wohl erneut steigende Gewinne und erhöhte Dividenden ausweisen. Aktionäre der Post können sich sogar über eine steuerfreie Rendite freuen.
Ulrich Hocker

